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1690: Ruf nach Halle, Beginn von juristischen Vorle-
sungen, zwei Jahre später folgt Stryk
1694: ozielle Gründung der Universität Halle
durch kaiserliches Privileg des Vorjahres
1701: Publikation von „De crimine magiae“
1709: Ernennung zum Geheimen Jusitizrat, Ableh-
nung eines Rufes nach Leipzig
1710: Direktor der Universität Halle auf Lebenszeit
1728: am 23. September zu Halle gestorben
Hermann Conring (1608-16871) studierte an den
Universitäten zu Helmstedt und Leiden Medizin
und Politik, erhielt zunächst einen Lehrstuhl für
Naturphiolosophie, dann je eine Professur für
Medizin und Politik in Helmstedt an. Diese fach-
übergreifende Lehrtätigkeit ist keine Seltenheit
im 17. Jahrhundert. Das Ideal eines gelehrten im
barocken Zeitalter war der Polyhistor, ein bei-
nahe universal ausgerichteter Wissenschaftler,
sowie es Leibniz in der Tat beinahe vollkommen
verkörperte.
An der Universität Helmstedt, die mit Conring
zur bedeutendsten ihrer Zeit wurde, hielt er ab
1636 medizinische, politische, historische und
juristische Themen, führte eine europaweite
Gelehrtenkorrespondenz und war auch ein ge-
schätzter Rechtsgutachter. Durch seine juristi-
schen und vor allem rechtshistorischen Studien
wurde Conring schließlich zum „Vater der deut-
schen Rechtsgeschichte“, der den dominanten
Einuss des römischen Rechts zurückzudrängen
suchte. Die Universität Helmstedt verschate
sich rasch einen Namen und zog Studenten an.
Unter den Juristen Hahn und vor allem Mynsin-
ger begründeten dieses hohe Ansehen. Seit 1632
sorgte Hermann Conring für Glanz und Ansehen
der hübschen Universität. Zunächst war er Pro-
fessor für Naturphilosophie, dann für Medizin
und auch Mitglied der juristischen Fakultät. Sein
Name wurde fast ein Synonym für die Blütezeit
der Helmstedter Universität.
20. HELMSTEDT - CONRING, Hermann, Dis-
sertatio de praecipuis negotiis in comitiis Im-
perii Germanici olim et hodiernum tractari soli-
tis. Ad diem 5. Maij subjicit Ioan. Caspar BECK-
ER, Rhenberga Westph.
Helmstedt, Typis Hen-
ningi Mulleri Academ. Typogr.. Oktav. Ohne Ein-
band. 1666. Titelblatt, 32ungezählte Blätter. Zeit-
gemäßer Pappband mit Buntpapierüberzug. ERSTE
AUSGABE der Originalausgabe! 210,--
Woli, 72 S. Broschur. Seltene Original-Dissertation
mit dem Vorwort von Christian Wol! 200,--
Christian Wol (1679-1754), Jurist und einer der
wichtigsten Philosophen der Aulärung, muss-
te 1723 wegen des Vorwurfs des Atheismus auf
Befehl Königs Friedrich Wilhelms I. die Universi-
tät Halle binnedn 48 Stunden verlassen. Danach
lehrte er bis 1740 an der Universität Marburg, wo
auch sein großes rechtsphilosophisches Werk
entstand. Seine Gedanken zum Ehevertrag legte
Christian Wol in diesem Vorwort nieder.
22. JENA - FRITSCH, Ahasver, Gymnasma ju-
ridicum de regali nundinarum jure ac privilegi-
is.
Jenae, Typis & sumptibus Georgi Sengenwal-
di, 1660. Oktav. Ttlbl. mit Druckersignet, (8), 142,
(8) S. Späterer Pappband mit Buntpapierüberzug.
320,--
Ahasver Fritsch (1629-1701) studierte an der Uni-
versität Jena und war danach als Erzieher und
Berater in Adelshäusern und später in der Recht-
spraxis tätig, so ab 1665 als Kanzleidirektor und
später als Kanzler in Schwarzburg-Ruolstadt. Ne-
ben umfangreichen juristischen Publikationen
wurde er auch sehr bekannt durch seine Kirchen-
lieder.
Seine Publikation zu den Rechten und Privilegien
der Handelsmessen legte Fritsch historisch an
und beschreibt zunächst die Vehältnisse im röm-
sichen Recht.
23. JENA- MOEBE, Fr. Tobias, De iure hospitii
mercenarii, nostris:
Von Miethwohnungen, Wir-
then, Reisenden, Gasthöfen, Herbergen und da-
hin einschlagenden rechtlichen Fällen. Tractatio
iuridica. Jena, Ex ocina Helleriana, 1752. Oktav.
Titelblatt mit Vignette, 100 S. Zeitgemäßer Papp-
band mit Buntpapierüberzug. 180,--
Seltene juristischce Abhandlung über die Rechte
von Gasthöfen und deren Gäste.
19. HELMSTEDT - CONRING, Hermann, Ex-
ercitatio de imperatore Romano Germanico.
submittit Bogislaus Otho ab HOYN, Eq. Pomer-
anus ad diem IIX. Maii. Helmstedt, Typis Hen-
ningi Mulleri. 1641. Oktav. Titelblatt, 21ungezähl-
te Blätter Zeitgemäßer Pappband mit Buntpapier-
überzug. ERSTE AUSGABE der Original-Dissertati-
on 175,--
Eine staatsrechtliche Untersuchung über den
Kaiser des Heiligen Römischen Reichs Deutscher
Nation: Imperator etiam in quantum est Rex Ger-
manorum primarius est princeps Christiani orbis,
hier im Erstdruck Helmstedt 1641: Regnum & Im-
perium non in Papae sed in Electorum manus rec-
te Carolus V. resignavit.
21. MARBURG- CRAMER, Johann Ulrich von,
Jura de pacto hereditario renunciativo liae
nobilis a dissensu Doctorum liberata et metho-
do demonstrativa in concordiam reducta. Cum
praefatione Christiani Woli. Editio secunda.
Marburg, Typis Philippi Casimiri Mülleri, Acad.Ty-
pogr. 1733. Oktav. Titelblatt, (6), 8 Seiten praefatio
24. GÖTTINGEN- PÜTTER, Johann Stephan,
De iurisdictione in feuda Imperii.
Respon-
dens: Georgius Christophorus Oehlhafen a
Schoellenbach 11. Juli 1767. Göttingen, Litteris
Hagerianis, 1767. Oktav. Titelblatt, (6), 105, (1) S.
Zeitgemäßer Pappband mit Buntpapierüberzug.
250,--
I. Alte Drucke
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